Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien

In Erinnerung – in Hochachtung

Als junger Gastarbeiter, gänzlich ohne Familie und auf sich allein gestellt kam Pfr. Sleman Djallo (damals noch Sabri Aydin) 1972 aus dem fernen Tur Abdin (Türkei) nach Deutschland. Er knüpfte schnell Kontakte zu den hiesigen Menschen sowie Kirchenvertretern und half so den nach ihm eingewanderten Glaubensbrüdern in der neuen Heimat Fuß zu fassen, denn eines stand fest – an eine Rückkehr in die vom Bürgerkrieg zerrütteten alten Heimat war nicht zu denken.
Der sprachbegabte Sleman Djallo konnte durch viel Willensstärke, durch seine Empathie und seine guten Kontakte, insbesondere zum hiesigen Rechtsanwalt Georg König, gemeinsam mit diesem viele aramäische Zuwanderer dabei unterstützen, sich in Gütersloh und den umliegenden Orten niederzulassen. Ohne diese Unterstützung wären viele Asylverfahren gekippt und die Menschen zur Rückkehr gezwungen worden – eine Rückkehr ins Ungewisse und teilweise in Gefahr für Leib und Leben.

Die nunmehr wachsende Zahl der Glaubensbrüder und –schwestern führte zur Gründung zweier Gemeinden im Stadtgebiet von Gütersloh. Seine Eminenz, Mor Julius Yeshu Cicek, Metropolit und Erzbischof für Mitteleuropa und die Beneluxländer, war sehr angetan vom sozialen Engagement Sleman Djallos und bestärkte ihn darin, die Seelsorge für eine dieser Gemeinden zu übernehmen. So folgte die Pfarrweihe am 18. Oktober 1986, durch das damalige Kirchenoberhaupt, seine Heiligkeit Moran Mor Ignatius Zakka I. Iwas in Damaskus.
Die Gemeinde erwarb nach einigen provisorischen Gemeindestätten eine Besitzung an der Hohenzollernstraße und baute diese im Jahre 1987 zunächst in ein Gemeindezentrum aus. Am 09.12.1990 folgte dann die Einweihung der neu errichteten Kirche, welche dem Hl. Stephanus gewidmet ist, dem Urvater aller christlichen Märtyrer.
Damit begann auch die eigentliche Erfolgsgeschichte unserer Gemeinde, welche ohne die Tatkraft unseres Pfarrers unvorstellbar gewesen wäre. So sind wir als Gemeinde fester Bestandteil der Ökumene in der Stadt und sind eng mit den Schwesterkirchen verbunden. Pfarrer Sleman Djallo hatte zudem schnell erkannt, dass die Jugend der Schlüssel zum Überleben einer Gemeinde ist. So förderte er die Gründung einer Jugend- sowie Frauengruppe und unterstützte den Aramäischen Volksverein Gütersloh, der sich 1987 durch Gemeindemitglieder gründete, ebenfalls mit großem Engagement.
30 Jahre lang führte Pfr. Sleman Djallo unsere Gemeinde, vom ersten Spatenstich an. Er war federführend bei der Errichtung des Altars, welcher aus Steinen aus dem Tur Abdin erbaut wurde. Unzähligen Taufen und Hochzeiten gab er seinen Segen. Seine Gemeinde wuchs zuletzt auf über 450 Familien an um die er sich unermüdlich kümmerte. Dies betraf insbesondere die Armen, die Kranken sowie die Hilfsbedürftigen und er bestritt seinen Dienst bis zur körperlichen Erschöpfung, was schlussendlich seinen Tribut forderte.
Wir danken und gedenken unserem Pfarrer, der immer das Wohl der Gemeinde an erste Stelle stellte.

In allergrößter Hochachtung.

Die Gemeinde